Partnerschaft mit Jen Jakob Art

Bunte Accessoires aus Lederverschnitt

Partnerschaft mit Jen Jakob Art: Bunte Accessoires aus Lederverschnitt
Ob T-Shirt, Jeans, Taschen oder Portemonnaies: Bei der Herstellung von Mode bleiben Produktionsverschnitte übrig – also kleine Mengen an Stoff, Leder oder anderem Material, die nicht verwendet werden können. Seit Oktober 2022 finden die Produktionsverschnitte von Alicia Victoria eine neue, ganz besondere Verwendung: Jen Jakob verarbeitet sie in ihren Designs. In dem Onlineshop der studierten Opernsängerin gibt es nicht nur bunte Gemälde zu entdecken, sondern auch außergewöhnliche Ohrringe für besondere Anlässe oder den fehlenden Farbtupfer im Alltag. Ihre Materialien: Polymer Ton und Leder – ab sofort von Alicia Victoria. Im Interview erzählt die Münchnerin mit Wurzeln im Allgäu und den Vereinigten Staaten, was ihre Vision ist und wie ihre Partnerschaft mit Alicia Victoria zustande kam.

Liebe Jen – du bist studierte Sängerin, nun malst du und machst großartigen Schmuck. Wie kamst du dazu?
Genau – ursprünglich habe ich Operngesang in den USA studiert und auch viele Jahre in den Staaten und hier in Deutschland gesungen. Musik zu machen das Schönste auf der Welt – das Business dahinter ist aber verdammt tough. Das ständige Vorsingen und die damit verbundene Bewertung und Anpassung hat mir auf Dauer zu schaffen gemacht. Also habe ich nach einem neuen Ventil gesucht, um meine Kreativität auszuleben – so kam ich zum Malen. Das habe ich zu Beginn auch nur für mich allein gemacht, quasi als Selbsttherapie (lacht). Da ich schon immer gerne auffälligen Schmuck getragen habe, kam ich dann auf die Idee, Ohrringe selbst zu machen. Das Ganze habe ich dann auf Instagram geteilt – und dann kam eins zum nächsten: Seit einiger Zeit verkaufe ich meine Kunst und die Ohrringe in meinem Onlineshop.

Was ist deine Motivation – was treibt dich an?
Anfangs war es der Spaß an der Sache – mittlerweile ist es aber auch die Freude, die ich den Menschen damit machen kann. Gerade in der aktuellen Zeit fragt man sich als Kreative manchmal: Braucht die Welt gerade wirklich mehr bunten Schmuck? Aber letztens zum Beispiel, da hatte eine ganz liebe und treue Kundin Ohrringe bei mir bestellt, die leider in der Post verloren gegangen sind. Ich habe sie ersetzt und ihr persönlich vorbeigebacht. Die Kundin erzählte mir dann, dass sie Krankenschwester auf der Palliativstation ist. Sie sagte zu mir, dass die Patienten sich immer so darüber freuen, wenn sie meinen Schmuck trägt. Manchmal brauche es einfach ein bisschen Farbe. Wenn ab und an Selbstzweifel aufkommen und ich mich zwischen Klimakrise, Corona und Kriegen wieder frage, ob es meine Ohrringe braucht – dann erinnere ich mich an diese Geschichten meine Kundinnen. Denn manchmal können bunte Accessoires am Ohr die Welt ein Stückchen glücklicher machen.

Wo holst du dir Inspiration für deine Designs?
Überall: Von Mustern in der Natur über schöne Farben von Kleidungsstücken bis hin zu einem Bild im Museum – sobald mir etwas ins Auge springt, mache ich ein Foto und arbeite es in meine Designs ein. Für meine Ohrringe suche ich mir Designs aus die mir gefallen – am liebsten mag ich ganz Ausgefallenes. Und bei meinen Bildern ist mein Motto: Ganz nach Intuition – und meistens ohne Plan (lacht). Ich arbeite viel mit Acryltinte, die kann man nicht gut kontrollieren, man muss sie einfach machen lassen. Und das ist ja auch ein bisschen so wie im Leben selbst: Wenn man sich zu sehr verkrampft, klappt es nicht. Wenn man Dinge aber freilaufen lässt, wird man oft von einer ungeplanten Schönheit überrascht. Einfach vertrauen – vielleicht, passiert ja was Gutes. Das ist mein Motto.

Und wie sieht dann der konkrete Schaffensprozess aus?
Für meine Bilder arbeite ich meistens mit Leinwänden, manchmal aber auch mit Holz oder Karton. Dann suche ich mir Farben aus und überlege mir eine grobe Komposition: Wo soll was hin? Und dann lasse ich es laufen – manchmal funktioniert es und manchmal nicht (lacht). Für die Ohrringe arbeite ich mit Polymer Ton – das kennt man vielleicht noch aus der Kindheit als Fimo. Das hört sich witzig an, aber das Material ist super vielfältig. Den Ton kann man beispielsweise mit einem Siebdruck bedrucken, mit Schablonen oder Stempeln Muster kreieren und eine Marmor- oder Edelsteinoptik schaffen. Manche Ohrringe ergänze ich dann durch Leder und bemale dieses dann noch passend. Dafür nutze ich ab sofort die Produktionsverschnitte von Alicia Victoria.

Wie kam es zu eurer Kooperation und wie sieht sie aus?
Ich habe Alicia, die Gründerin und Designerin der Brand, zufällig kennengelernt. Es war im September 2022, auf einem Event in München für Female Founders aus dem Bereich Slow Fashion. Das Event war wirklich toll – unter anderem hatten wir Gründerinnen kleine Stände, auf denen wir unsere Werke vorstellen konnten. Aber das Besondere daran war, sich mit Frauen zu vernetzen, die ähnlich denken, gleiche Ziele verfolgen und alle ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen haben. Über Alicias Brand hatte ich im Vorfeld schon auf Instagram gelesen und – wie der Zufall es so wollte – hatte sie den Stand neben mir. So kamen wir intensiv ins Gespräch und haben uns direkt super verstanden. Ich erzählte ihr, dass ich bald kein Leder mehr für meine Ohrringe nutzen wollte – sie erzählte mir von ihrer Philosophie, den Rohstoff Leder vollständig zu nutzen. Sie machte mir auch nochmal bewusst, dass Leder als Abfallprodukt der Fleischindustrie keine Verwindung findet und oft entsorgt wird obwohl das Material so wertvoll ist. Sie erzählte mir von ihrer grandiosen Vision, dem Rohstoff mehr Aufmerksamkeit zu schenken, ihn vollständig zu nutzen. Aber bei der Produktion ihrer Taschen, Etuis und Portemonnaies bleiben natürlich auch kleine Verschnitt-Reste übrig. Diese eignen sich perfekt für die Herstellung meiner Ohrringe – seitdem schickt sie mir die Produktionsverschnitte zu und ich verarbeite sie in meinen Einzelteilen.

Für mich ist das ein großer Gewinn – ich finde, das Konzept von Alicia einfach großartig. Das Leder bis zum Ende zu nutzen und so wenig wie möglich davon zu „verschwenden“, also wegzuschmeißen, das ist eine gute Sache. Umso dankbarer bin ich, für diese zufällige Begegnung mit Alicia, das Gespräch mit ihr und die daraus entstandene Partnerschaft.

Zukünftig plant Jen in ihrem Shop noch mehr Schmuck anzubieten – Ketten und Ringe sind bereits in der kreativen Planung. Die Ohrringe und Kunstwerke von Jen gibt es hier, in ihrem Shop: https://www.jenjakobart.com/

Weitere Beiträge dieser Rubrik: Marke
Menü